ADHS bei Erwachsenen

Symptome und Erscheinungsformen

ADHS im Erwachsenenalter bleibt häufig unerkannt. Oft stellen Erwachsene erst dann fest, dass sie selbst an ADHS leiden, wenn die Diagnose bei ihren Kindern gestellt wird. Entgegen der früheren Meinung, dass sich ADHS mit der Zeit „verwächst“, ist heute bekannt, dass bis zu zwei Drittel der Kinder mit ADHS die Symptome ins Erwachsenenalter mitnehmen. Allerdings wird bisher nur bei jedem zehnten betroffenen Erwachsenen die Diagnose auch tatsächlich gestellt.  

Im Gegensatz zum Kindesalter, in dem sich vor allem die klassischen Symptome zeigen, sind die Erscheinungsformen von ADHS bei Erwachsenen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Hyperaktivität tritt in diesem Lebensabschnitt meist in den Hintergrund und wird durch eine starke innere Unruhe ersetzt.

Ablenkbar, sprunghaft, reizbar

Erwachsene mit ADHS sind oft sehr desorganisiert, unkonzentriert, ablenkbar und vergesslich, und es fällt ihnen schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

Ähnlich wie Kinder mit ADHS reagieren sie vor allem auf äußere Reize oft heftig, wütend oder gereizt. Eine Sache, die sie begonnen haben, auch durchzuhalten, fällt ihnen meist sehr schwer. Stattdessen sind sie eher sprunghaft und handeln nicht selten aus dem Moment heraus, ohne die Konsequenzen ihres Handelns zu bedenken.

Die Psyche ist beeinträchtigt

Häufig sind es jedoch nicht diese klassischen Symptome der Konzentrationsstörung und Impulsivität, sondern die Begleiterscheinungen, die Erwachsene mit ADHS zum Arzt führen: Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Angststörungen gehören zu den typischen Erscheinungsformen bei betroffenen Erwachsenen. .  

Der Körper reagiert

Durch diese psychischen Störungen und den damit verbundenen emotionalen Stress kann es auch zu körperlichen Symptomen wie Bluthochdruck und Diabetes oder psychosomatischen Erkrankungen wie Kopfschmerzen, Beklemmungsgefühlen, Herzstechen oder dem Restless-Leg-Syndrom kommen.

Auch leiden Erwachsene mit ADHS häufig an Essstörungen und Suchterkrankungen wie Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch, und viele dieser Menschen sind starke Raucher.

Die Leistung ist beeinträchtigt

Trotz der oft hohen intellektuellen Fähigkeiten von Menschen mit ADHS bleiben auch im Erwachsenenalter Teilleistungsstörungen wie Lese-/Rechtschreib- oder Rechenschwäche meist bestehen.